Martini-Klinik. Wir integrieren Neues in gewachsene Strukturen.

Die Martini-Klinik am UKE ist auf die Behandlung von Prostatakrebs spezialisiert und genießt international hohes Ansehen. Für das wachsende Zentrum entstand ein siebengeschossiger Neubau auf engem Raum; mitten im laufenden Klinikbetrieb und in direkter Nachbarschaft zu sensiblen Bereichen des Universitätsklinikums.

Im Wettbewerb

Der Entwurf setzte sich 2017 im Wettbewerb durch – mit einem klar gegliederten, modularen Konzept, das Funktionalität, Erweiterbarkeit und Aufenthaltsqualität vereint. Die Jury überzeugte die robuste Struktur, die eine hohe Flexibilität in der Nutzung ermöglicht und gleichzeitig städtebaulich sensibel auf die gewachsene Campus-Struktur reagiert.

Die Bauphase
Errichtet wurde der Neubau unter herausfordernden Bedingungen: auf engstem Baufeld, in direkter Nachbarschaft zu sensiblen Klinik- und Forschungsbereichen, während des laufenden Betriebs – und begleitet von massiven externen Einflüssen wie Fachkräftemangel, Lieferengpässen und Preissteigerungen während der Corona-Pandemie. Dennoch konnte die bauliche und gestalterische Qualität gehalten werden.

Der Entwurf folgt einem durchgängigen Prinzip: Ein kompakter Baukörper mit klarer Organisation, gegliedert in ambulante Bereiche im Sockelgeschoss, Pflegeebenen in den Regelgeschossen und Verwaltung im obersten Geschoss. Ein umlaufendes weißes Band fasst die Funktionsbereiche zusammen und verleiht dem Gebäude architektonische Klarheit. Die Fassade kombiniert Bereiche mit raumhohen Einzelverglasungen zwischen vor- und zurückspringenden Klinkermauerwerkspfeilern und horizontal gegliederte Fensterbänder mit vertikalen Verschattungselementen – ein präzises Spiel aus Ordnung und Lebendigkeit.

Im Inneren sorgen gezielte Lichtführung, helle Materialien und großzügige Blickbeziehungen für eine angenehme Atmosphäre. Die lichte Eingangshalle mit Freitreppe, freundliche Mittelzonen, helle OP-Bereiche und wohnlich gestaltete Patientenzimmer machen die Klinik zu einem Ort, der sowohl technische Exzellenz als auch Menschlichkeit ausstrahlt. Helle Linoleumböden, Einbaumöbel aus Holzwerkstoffen, farblich abgestimmte Oberflächen und Vormauerwerk aus Wittmunder Torfbrand-Klinker in variantenreichen Verbandarten sorgen für Wärme und Materialehrlichkeit – ohne gestalterische Beliebigkeit.

Ein Haus, das Haltung zeigt

Der Neubau der Martini-Klinik ist ein Beispiel dafür, wie hochkomplexe Klinikarchitektur auch unter schwierigen Bedingungen gelingen kann. Er vereint Funktion und Atmosphäre, setzt medizinische Maßstäbe und bewahrt architektonische Haltung.

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Frank Wachholz
Geschäftsführung

Beschreibung

Krankenhaus | Neubau Prostatakrebszentrum mit 8 funktional zusammenhängenden OP-Sälen und 100 Betten sowie Arztdienst- und Verwaltungsbereiche; Gebäude befindet sich in einem eng begrenzten Baufeld inmitten in Betrieb befindlicher sensibler Funktionsbereiche des UKE und ist unterirdisch mit dem Medienkollektor des Klinikums verbunden; die Maßnahme erfolgte bei laufendem Klinikbetrieb.

Kenndaten

NUF 9.000 m²
8 OP-Säle
100 Betten

 

Kosten
ca. 84 Mio. € brutto

Leistungen

Architektur | HWP Planungsgsellschaft mbH & Architects Collective ZT GmbH
Objektplanung Gebäude
Betriebsorganisation und Beratung im Gesundheitswesen